Die Geschichte der Weltausstellungen
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Copyright: The Practical Mechanic's Journal, 1862, Titelseite

Ziel der Weltausstellungen im 19. Jahrhundert war vor allem der friedliche Wettbewerb der Völker, der an die Stelle der kriegerischen Auseinandersetzungen treten sollte. Ein solch idealistisches Konzept musste notwendigerweise an den Machtinteressen der Nationen scheitern. Nach dem Krimkrieg Mitte der fünfziger Jahre und den Kämpfen der Briten gegen Aufständische in Südafrika gefährdete vor allem die Sezession der amerikanischen Südstaaten 1861 die Weltausstellungsidee. Zudem drohte der amerikanische Bürgerkrieg der Ausstellung in London auch unmittelbar zu schaden. Wegen des Krieges in der USA herrschte Baumwollmangel, unter dem die britische Textilbranche erheblich litt. Viele Betriebe aus diesem Bereich mussten daher wegen ihrer Finanzprobleme die Teilnahme an der Weltausstellung absagen. Auch Arbeitslosigkeit und geringere Löhne waren die Folge, was die Besucherzahlen drückte. Aufgrund des Bürgerkrieges war es auch lange fraglich, ob die USA, die 1851 noch mit einem großen Beitrag nach London gekommen waren, überhaupt teilnehmen würden. Sie waren 1862 letztlich nur mit wenigen Exponaten präsent.

Der Tod von Prinz Albert am 14. Dezember 1861 belastete das Vorhaben erheblich. Albert galt als geistiger Vater der Weltausstellungsidee, nun fehlten seine Unterstützung und seine symbolische Präsenz. Die trauernde Königin blieb der Eröffnungsfeier der Weltausstellung am 1. Mai 1862 fern, ein leerer Thron und zu dessen Seiten Büsten der Königin und ihres verstorbenen Gemahls ließen jeden den Verlust für die Weltausstellung und für das Land spüren. In jeder Ansprache wurde zunächst auf Prinz Alberts Tod Bezug genommen, wurden seine Verdienste gepriesen. Auch die Choral-Ode des Hofdichters Alfred Tennyson würdigte den Prinzgemahl als den Schöpfer der weltumspannenden Ausstellungsidee.


Alfred Tennyson: Choral ode for the Inauguration

Uplift a thousand voices full and sweet,
In this wide hall with earth's in ventions stored,
And prais th'invisible, universal Lord,
Who lets once more in peace the nations meet,
Where science, Art and Labour have outpour'd
Their myriad horns of plenty at our feet.
O, silent father of our Kings to be,
Mourn'd in his golden hour of jubilee,
For this, for all, we weep our thanks to thee!

The world-compelling plan was thine,
And lo! The long laborious miles
Of palaces; lo! The giant aisles
Rich in model and design;
Harvest-tool and husbandry,
Loom and wheel and engin'ry,
Secrets of the sullen mine,
Steel and gold, and corn and wine,
Fabric rough, or Fairy fine,
Sunny tokens of the Line,
Polar marvels, and a feast
Of wonder, out of West and East
And shapes and hues of Past divine!
All of beauty, all of use,
That one fair planet can produce,
Brought from under every star
Blown from over every main,
And mixt, as life is mixt with pain
The works of place with works of war.
O ye, the wise who tink, the wise who reign,
From growing commerce loose her latest cain
And let the fair white-winged peacemaker fly
To happy havens under all the sky,
And mix the seasons and the golden hours
Till each man find his own in all men's good,
And all men work in noble brotherhood,
Breaking their mailed fleets and armed towers,
And ruling by obeying natures powers
And gathering all the fruits of peace and crown'd with all her flowers.
Quelle: Practical Mechanics Journal: Record of
the Great Exhibition 1862. London 1863. S. 64


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Die Weltausstellung 1862 in London
Kriege und der Tod Prinz Alberts - Die Weltausstellung in der Krise
Jahr: 1862Stadt: LondonLand: Gro├čbritannien
Dauer: 1. Mai - 1. November 1862

 

 

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